Das Kreativitäts-Genie

Vor unserem Haus steht eine Birke. Von Juli bis Oktober landen mit jedem geöffneten Fenster Hunderte von kleinen Birkensamen im Haus. Und vor der Tür – ständig bin ich am Fegen. Und während ich so fege, kommt mir ein Gedanke.

Sind das nicht 1000e von Ideen für neue Bäume? Unermüdlich produziert und in die Welt geschickt. Jede einzelne ein Unikat. Aber nur eine davon wird vielleicht etwas, und auch nur, wenn Zeitpunkt und Umstände stimmen (und kein Besen oder Staubsauger in der Nähe sind).

Somit ist die Birke ein wahres Kreativitätsgenie!

Gibt es in Ihrem Umfeld einen Menschen wie eine Birke? So jemand, der oft belächelt wird: „ach der wieder, 1000 Ideen, und dann wird es doch wieder nichts“. Manchmal ist man auch genervt (wie von der Birke, die einem so viel Aufwand macht). Vielleicht sind Sie sogar selbst eine Birke, strotzend vor Kreativität?!

Sehen wir es doch mal positiv: in jeder Idee steckt der Kern für einen ganzen Baum. Viele Ideen müssen produziert werden, damit die eine dann, wenn die Zeit reif ist, auf fruchtbaren Boden fällt und wachsen und gedeihen kann. Alle anderen werden halt weggefegt.

Also, lassen Sie der Kreativität Raum, laden Sie alle Ideen ein, und werfen Sie beherzt die wieder weg, die gerade nicht dran sind.

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Die richtige Strategie bei der Arbeit

In diesen kalten Wintertage sind sie wunderbar zu beobachten: die zahlreichen Vögel am Futterhäuschen. Bei genauerer Beobachtung fällt auf, dass sich nicht alle Vogelarten auf die gleiche Weise dort ihr Futter besorgen.

Beispiel: der Dompfaff. Seelenruhig fliegt er zum Futterplatz, setzt sich und beginnt mit der Nahrungsaufnahme. Während er Körnchen um Körnchen aufnimmt und verspeist, blickt er sich aufmerksam in der Gegend um.

Ganz anders die Kohlmeise. Hastig fliegt sie zum Häuschen, schnappt sich ein Korn und fliegt wieder weg, in die nahe Hecke. Dort frisst sie nun in Ruhe das Korn, um gleich darauf wiederum das Futterhäuschen anzufliegen, sich die nächste Leckerei zu schnappen und diese in der Hecke aufzufressen. Und dies viele Male hintereinander.

Wer von beiden hat nun die richtige Strategie? Die Meise, die in der Sicherheit der dichten Hecke in Ruhe ihr Korn verzehrt, aber ziemlich viel Energie fürs Hin- und Herfliegen aufwendet? Oder der Dompfaff, der sich die aufwendige Fliegerei spart, dafür aber ständig in Habacht-Stellung und in voller Aufmerksamkeit für seine Umgebung ist?

Sicherlich haben Sie es bereits erraten: es gibt hier kein Richtig und kein Falsch. Jeder Vogel macht seinen Job auf seine Art. Und das ist ja auch ganz gut, sonst wären entweder der Futterplatz oder die Hecke permanent überfüllt.

Und bei Ihnen im Team? Gibt es da auch einen „Überblicker“, der mittendrin sitzt und immer alles im Auge hat? Und gibt es einen, der sich mit seiner Arbeit lieber ins „stille Kämmerlein“ zurückzieht? Und in welche Gruppe würden Sie sich selber einordnen? Oder gehören Sie eher zu den Amseln, die nimmermüde auf dem Futterplatz herumhüpfen, rein ins Häuschen, raus aus dem Häuschen, und zwischendurch auch mal ein Korn aufpicken?

Wen auch immer Sie aus der großen Vogelfamilie in Ihrem Team identifizieren können: freuen Sie sich an der großen Vielfalt von Kollegen, von denen jeder etwas ganz Eigenes ins bunte Miteinander einbringt. Jeder ist auf seine Weise wertvoll. Es kommt ja auch niemand auf die Idee zu sagen, der Dompfaff sei besser und richtiger als die Meise, oder?