Seelenwinter

Manchmal herrscht Winter in der Seele. Alles ist grau, tot, abgestorben, kalt, trist.

Dann ist es gut, wenn wir es auch mal schneien lassen können, in der Seelenlandschaft. Der Schnee deckt alles zu, was wir nicht sehen wollen oder auch gerade nicht sehen können. Er dämpft die Geräusche und lässt sanft und schön aussehen, was zuvor grau, kalt und hässlich war.

Unter dem Schnee ist es wärmer als darüber. Unter der Schneedecke verpuppt sich das Leben.

Wenn der Schnee schmilzt, tritt natürlich all das Graue wieder zu Tage. Aber auch die ersten Knospen schieben sich durch die gefrorenen Schichten. Denn unterm Schnee ist ja nicht alles tot, wie wir im Seelenwinter meinten, weil es sich so angefühlt hat. Unterm Schnee entwickelt sich das Leben weiter. Langsam, leise und unauffällig.

Dann lassen wir den Schnee tauen und sehen nach, welche Gedanken und Träume die Kälte und den Frost überlebt haben, welche Ideen, Wünsche und Pläne sich entwickelt haben, um nun zu ergrünen und uns wieder Leben spüren und sehen zu lassen.

Und auch, wenn vielleicht noch eine Weile das Grau vorherrscht, so haben wir doch ausgeruht und Hoffnung geschöpft, und wir wissen, dass wir auch diesen Seelenwinter überstehen werden.

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Die Krise im See

Mal angenommen, wir lebten alle in einem großen See. Wären Sie eher ein Fisch, eine Wasserschnecke, ein Mitglied der Plankton-Gesellschaft oder doch eher ein Schilfgras? Dann interessiert Sie vielleicht folgende Geschichte.

In unserem See (unserer Gesellschaft, unserem System) gibt es Algen (Banken, Kapitalgesellschaften), das ist normal, sie gehören dazu. Diese ernähren sich von verschiedenen Nähr-Stoffen (Geld, Einlagen). Dafür produzieren sie Sauerstoff (Waren), der von anderen Lebewesen im See (Mitglieder der Gesellschaft) benötigt wird. Erst, wenn die zugeführten Nährstoffe z.B. durch Überdüngung mehr werden (vermehrte Anlagen und Spekulationen), beginnen die Algen, deutlicher zu wachsen, bis hin zu unkontrolliertem/überschießendem Wachstum.

Sie überwuchern den See und nehmen anderen Lebewesen Licht, Nährstoffe und Sauerstoff weg. Diese anderen Lebewesen sterben ab (kleine Banken, Unternehmen). Für deren  Zersetzung und auch die Zersetzung abgestorbener Algen wird Sauerstoff benötigt (Geld für Abwicklung, Fusion, Aufkauf…). Haben die Algen eine bestimmte Masse erreicht, fehlt auch ihnen Sauerstoff, sie sterben in Massen, man sagt „der See kippt um“ (das System bricht ein).

In der Natur hat der See die Möglichkeit zu regenerieren. Allerdings widerfährt ihm das gleiche „Schicksal“, sollte es noch einmal zu einer Überdüngung kommen. Was lernen wir daraus für unsere Gesellschaft, unser System?