Tun, was eben zu tun ist.

Vogelnest auf Fahrradlenker

Vogelnest an ungewöhnlichem Ort

Die Luft an meinem Kraftplatz ist voll von Vogelgezwitscher und hin- und herfliegenden Vögeln. Das liegt daran, dass es in der näheren Umgebung meines Platzes eine große Zahl an verschiedenen Nestern gibt. Meisen, Amseln, Rotkehlchen. In denen jetzt piepsende Jungtiere hocken, weshalb die Eltern ständig unterwegs sind, um fette Raupen in die hungrigen Mäuler zu stopfen. Und sie machen auch keine Pause, wenn es regnet, kalte Böen um die Ecke fegen oder der Donner über ihnen grollt. Aufschieben? Ist nicht. Warten, bis die Sonne wieder scheint? Geht nicht.

Ich finde, das ist eine gute Metapher dafür, dass man eben manchmal tun muss, was zu tun ist. Egal, wie das Wetter ist. Egal, ob die Stimmung passt. Egal, ob die anderen das auch so machen.

Mach Dich auf, tu, was zu tun ist, und lass Dich nicht von irgendwelchen Unbequemlichkeiten oder Widrigkeiten davon abhalten.

In diesem Sinne werde ich mich jetzt auf unbequeme Aufgaben stürzen und tun, was eben zu tun ist 😉

Advertisements

Genug ist genug – Neues vom Kraftplatz

An meinem Kraftplatz war es in letzter Zeit vor allem eines: kalt und nass. Nass von oben, von der Seite, und mittlerweile – wegen Staunässe – auch nass von unten. Alles andere als gemütlich und einladend.Gummistiefel

Das ließ mich darüber nachdenken, was passiert, wenn es des Guten zu viel gibt. Denn natürlich ist Regen gut, und Regen im Mai auch. Wie sagt die Bauernregel: „Ist der Maien kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun‘ und Fass.“ Aber was zu viel ist, ist zu viel. Mir jedenfalls. Und das gilt natürlich für alle möglichen Dinge, die eigentlich gut sind, wenn aber zu viel, dann zu viel. Zum Beispiel Schokolade, Arbeit, Nähe, Alleinsein, Freizeit, Eiscreme, laute Musik, schlafen…

Was in Deinem Leben verliert manchmal an Maß und ist dann zu viel, obwohl es doch eigentlich gut ist? Oder gibt es etwas, von dem Du absolut niemals jemals genug bekommen könntest? Dann schau noch mal genau hin, ob das wirklich stimmt ;-). Und sich nicht nur so anfühlt, weil es eben nie im Übermaß da ist ;-).

Regenbogen

 

Und wenn das, was des Guten zu viel geworden ist, dann wieder verschwindet, macht es Platz für neues Schönes und Gutes. Wie diesen Regenbogen, der sich über meinen Kraftplatz spannte 🙂 .

Mein eigener Kraftplatz

Im letzten Artikel habe ich dich mit dem Konzept vom Kraftplatz, auch genannt Sit Spot, bekannt gemacht. Ich habe es in meiner Weiterbildung zur Wildnispädagogin kennen und schätzen gelernt. Ein Kraftplatz ist wie ein Freund, der einem immer vertrauter wird, je öfter man ihn besucht.

Sammelsurium

Sammelsurium

Heute möchte ich dir meinen eigenen Kraftplatz vorstellen. Aber dazu gleich.

Zuerst noch ein paar Basics. Was solltest du mitnehmen zu deinem Platz? Bewährt hat sich je nach Witterung passende Kleidung, Regen- oder Sonnenschutz, ein Sitz / Sitzunterlage. Und ein schönes Büchlein, um dir Notizen oder Zeichnungen zu machen.

Gut ist es für den Anfang, eine feste Zeit für den Besuch deines Platzes einzuplanen. Um dich daran zu gewöhnen. Und um den inneren Schweinehund auszutricksen, der vielleicht sagt: „ach, geh doch einfach später, oder morgen“. Z.B. könntest Du Deine Mittagspause nutzen. Wenn das nicht geht, macht es aber nichts. Später ist es sogar reizvoll, zu unterschiedlichen Zeiten seinen geheimen Kraftplatz aufzusuchen, um die verschiedenen Qualitäten kennenzulernen.

Beim Finden eines Platzes in der Natur lass dich von deiner Intuition leiten. Super wäre natürlich, du könntest mitten in der Wildnis sitzen 🙂 . Aber das ist natürlich für die meisten von uns unrealistisch. Musst du deshalb auf deinen eigenen Kraftplatz verzichten? Nein! Natürlich nicht. Denn grundsätzlich eignet sich jedes Fleckchen Natur, um es sich „zu eigen“ zu machen.

Hecke am Kraftplatz

Hecke am Kraftplatz

Ich habe mich gefragt, wie ich dich dazu ermuntern kann, dir einen Kraftplatz zu schaffen, selbst, wenn du nicht in der Nähe eines Waldes oder einer anderen „großen Natur“ wohnst.

Früher, als ich noch in der Großstadt wohnte, habe ich intuitiv meinen Balkon zum Kraftplatz gemacht. Und in der Mittagspause besuchte ich immer einen bestimmten Baum. Ich kannte da das Konzept noch nicht, habe aber irgendwie gespürt, dass es mir gut tut.

Heute habe ich keinen Balkon mehr. Aber für dich (und mich 😉 ) habe ich mir einen ähnlich unspektakulären Platz ausgesucht. Es ist einfach der Eingang zu dem Haus, in dem ich wohne.

Weg am Kraftplatz

Weg am Kraftplatz

Der Vorteil ist: ich brauche nicht mal 5 Minuten, um dorthin zu gelangen. Eine Ausrede weniger 😉 . Und er erfüllt noch zwei weitere Kriterien:

Er ist ruhig (relativ) und sicher.

Von meinen Erfahrungen an meinem Sit Spot werde ich hier im Blog immer wieder berichten. Um dich einzuladen. Dich zu ermuntern. Dir deinen ganz eigenen Platz zu suchen.

Ich freue mich, wenn du mich und die anderen Leser an deinen Erfahrungen teilhaben lässt. Einfach in den Kommentar schreiben 🙂 . Und wer weiß, vielleicht schaffen wir so ein großes Netz aus geheimen Kraftplätzen, die alle miteinander verbunden sind. Das ist doch mal eine Vision 🙂 .

Sit Spot oder: Mein geheimer Kraftplatz

Heute möchte ich dich mit dem Konzept des Sit Spot oder Secret Place bekannt machen. Zu Deutsch bedeutet es in etwa Kraftplatz, Geheimer Platz oder einfach Sitzplatz. Es ist ein Konzept, das u.a. in der Wildnispädagogik angewendet wird.

alte Birke

alter toter Baum, Birke

Am Kraftplatz kommen wir mit der Natur in Kontakt. Wer erleben verschiedene Tages- und Jahreszeiten, unterschiedliche Witterung, Tiere und Pflanzen, und nicht zuletzt uns selbst in der Begegnung mit der Natur. Über das Wahrnehmen der äußeren Natur (die unser Spiegel ist) kommen wir zur Wahrnehmung unserer inneren Natur und damit in unsere eigene Kraft. Wir finden zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit, fast von selbst. Voraussetzung ist, dass wir uns darauf einlassen, zum Beobachter zu werden. Dein Sitzplatz ist ein Ort, den du regelmäßig, am besten täglich aufsuchst. An dem du bewusst Zeit verbringst, Zeit mit dir selbst und deinem Platz. Du kannst ihn mit einer bewussten Absicht aufsuchen, z.B. „heute will ich mal alles hören, was es zu hören gibt“. Oder du gehst ohne Absicht dort hin und schaust einfach mal, was dir begegnet. Der ideale Sitzplatz könnte etwa so beschrieben werden:

  • Es sollte ruhig sein, keine Hundespaziergängerrennstrecke oder mitten in der Fußgängerzone.
  • Es sollte sicher sein, nicht unbedingt in einem Überschwemmungsgebiet oder so.
  • erreichbar in 5 Minuten (sonst steigt die Gefahr, aus Bequemlichkeit nicht hinzugehen…)
  • Wasser wäre schön, oder ein Waldrand.
  • Du sollst dich wohlfühlen!

Super wäre es natürlich, wenn es ein Platz mitten in der Wildnis wäre 🙂 . Aber das ist für die meisten von uns eher nicht realistisch. Wer wohnt schon 5 Minuten von der Wildnis entfernt? Und im Grunde ist jeder Ort geeignet, also auch ein Baum in der Stadt, ein Balkon, ein Friedhof oder was dir sonst in den Sinn kommt. In den Rückmeldungen zu meinem Email-Kurs kam immer wieder das Argument: „ich würde es ja gerne machen, aber ich wohne in der Stadt, es ist so weit bis draußen, ich habe keine Wildnis um mich herum, der Weg dahin ist so weit“ usw. Da ich selber mehr als 30 Jahre in der Großstadt gelebt habe, weiß ich natürlich darum. Und gerade darum möchte ich dich ermuntern, dir einen Kraftplatz zu suchen, denn das geht auch in der Stadt. Kannst du dir vorstellen, dass so ein Platz etwas für dich sein könnte? Dann sei schon mal gespannt auf meinen nächsten Artikel. Darin schreibe ich, was du zu deinem Platz am besten mitnimmst, und ich verrate dir meinen eigenen geheimen Kraftplatz 🙂 . Wenn du magst, kannst du dich auch bis dahin zum (natürlich kostenlosen) Email-Kurs anmelden, den du hier finden kannst.

Kann man das essen?

Ich habe geerntet, Vogelbeeren. Daraus will ich in diesem Jahr eine Marmelade kochen. Habe ich noch nie gemacht, und bin schon gespannt, wie sie schmecken wird.
20130917-171434.jpg
Ich weiß nicht, warum sich so hartnäckig das Gerücht hält, Vogelbeeren, also die Früchte der Eberesche, seien giftig. Auch ich habe es so gelernt. Und kämpfe nun gegen meine lebenslangen Vorbehalte und leichtes Unbehagen an. Denn in vielen Büchern über essbare Wild- und Heilpflanzen steht ganz anderes zu lesen. Und ich bin neugierig und will das ausprobieren 🙂 .

Vielleicht liegt es ja (mit) daran, dass wir immer weniger wirkliches Wissen und dafür immer mehr Halbwahrheiten über die Natur haben, dass wir uns (als Gesellschaft) in der Natur zunehmend weniger wohl fühlen? Dass wir immer mehr drinnen hocken, eher ins Spaßbad oder Erlebnisparadies gehen, als einfach raus in Wald und Flur? Wenn mich als Mensch etwas verunsichert, setze ich mich dem nicht unbedingt aus. Oder nur in dem Rahmen, der mir sicher und vertraut erscheint. Das ist menschlich. Und schützt uns im Zweifel vor Gefahren.

Aber wenn immer mehr Vorsicht dazu führt, dass wir uns immer mehr von der äußeren Natur entfernen, und immer mehr nur dem vertrauen, was uns von Industrie und Wirtschaft vorgesetzt wird, kann das nicht gut sein. Schließlich sind wir selbst ein Teil der Natur! Warum vertraue ich dem Fruchtjoghurt im Plastikbecher aus dem Kühlregal mehr, als dem, was ich in Feld und Flur finden kann?

Nicht, dass ich falsch verstanden werde: ich fordere nicht auf, wild mit Pflanzen rumzuexperimentieren, die man nicht kennt. Das könnte durchaus fatal enden. Aber: Ein bisschen mehr Vertrauen in das, was uns die Natur gerade jetzt im Herbst schenkt, halte ich schon für angebracht! Zumal wir uns ja wirklich an allen Ecken und Enden informieren können.

vogelbeeren verlesen

Vogelbeeren verlesen

Die Vogelbeeren jedenfalls warten nun verlesen und gewaschen in der Gefriertruhe auf ihre Weiterverarbeitung (das Einfrieren soll ihnen die Bitterkeit nehmen, mal gucken, ob es klappt). Ihr werdet es erfahren, wenn ich den Genuss der Marmelade überlebt habe 😉 !

Die Disteln sind reif :-)

Was für den einen reine Freude, ist dem anderen ein Dorn im Auge. Wie so oft im Leben.

Samenstand der Distel

Samenstand der Distel

Im Garten soll die Distel sich bitte nicht vermehren, denn sie piekst und sticht, wenn man nicht aufpasst. Sie erfreut aber auch mit ihren Blüten in kräftigem Lila.

Ich jedenfalls habe eine große Tüte Distelsamen gesammelt. Die eignen sich nämlich super, um damit ein Feuer zu entzünden. Also, natürlich nicht mit den Samen selber. Aber mit ihrer Hilfe kann ich ein tolles Glutnest bauen, mit dessen Hilfe ich wiederum ein Feuer mache. Ohne Feuerzeug, versteht sich ;-).

Und diese große Tüte brauche ich am Samstag bei der Langen Feuernacht in Kramelheide. Dort werde ich mit Kindern Feuer machen, wie in der Steinzeit. Ganz ohne gängige Streichhölzer und Feuerzeuge. Das wird ein Spaß!

Blüte und Samenstand des Weidenröschens

Blüte und Samenstand des Weidenröschens

Übrigens eignen sich auch die Samenstände des Weidenröschens gut für ein Glutnest. Und so einige andere auch (Clematis, Pappel…), die ich hier gar nicht alle aufzählen will . Einfach mal rausgehen, sammeln und ausprobieren 🙂 .

Nur Veränderung ist stabil

Liebe Regelmäßig hier Vorbeischauende,

liebe Zufällig hier Vorbeikommende,

das einzig Stabile im Leben ist die Veränderung„. Dass das so ist, macht die Natur uns vor. Der Sommer wich gerade dem Herbst; der Winter steht schon in den Startlöchern. Nur so ist ein Fluss des Lebens möglich. Altes muss sterben und vergehen, damit Neues Platz und Raum hat, sich zu entwickeln.

So ist es auch bei COYOTEtrainings. Die Aufgaben des Kojoten haben sich verändert. Vom Schwerpunkt Teamtraining hin zum Schwerpunkt Coaching und Beratung, für Einzelne und in Gruppen.

Geblieben ist der Schwerpunkt Naturarbeit und „draussen“. Die Wildnis ruft weiterhin 😉 .

Aufmerksame Leser haben es ja bereits gemerkt: es wurde hier schon lange kein Artikel mehr verfasst.  Im Augenblick liegt meine Aufmerksamkeit auf anderen Dingen. So komme ich nicht dazu, den Coyote-Blog regelmäßig zu pflegen. Darum habe ich mich entschlossen, ihn auf Eis zu legen. Ganz schließen mag ich ihn nicht, denn es gibt ja doch den einen oder anderen Beitrag, der noch Leser interessiert.

Wer sich weiterhin für meine Arbeit bzw. Naturarbeit interessiert, sei herzlich auf diesen Blog eingeladen. Hier gibt es Artikel über Coaching in und mit der Natur.

Ich bedanke mich bei allen Kunden und Interessierten!

Platz für Neues – Frühlingssturm

Frühlingsstürme fegen über das Land. Aus Bäumen und Büschen werden noch einmal alte, abgestorbene Zweige und Äste herausgeschüttelt. So bekommen die jungen Blätter genügend Kraft und Licht, um sich richtig entfalten zu können.

Nutzen Sie die Qualität dieser Zeit, um sich bei einem Spaziergang vom Frühlingswind mal richtig durchpusten zu lassen. Spüren Sie, wie alte, abgestorbene Ideen, Konzepte, überlebte Muster und Beziehungen hinweg getragen werden. So bekommen Sie Herz und Kopf wieder frei für Neues; die kleinen Knospen neuer Ziele bekommen Luft und Platz, um sich frühlingshaft zu entfalten, zu großen stattlichen Pflanzen.

Sie wünschen sich Begleitung und Unterstützung auf dem Weg zu Ihren neuen Zielen? Rufen Sie mich an, Tel. 04793-955057, in einem unverbindlichen Vorgespräch können wir klären, wie dies aussehen kann.

Ihre Petra Manthey

August – Erntemonat und Zeit der Fülle

Jetzt im August wird die Getreideernte eingebracht, die Beeren reifen und stehen in voller Pracht, es gilt zu ernten, zu staunen und in Fülle zu schwelgen. Aber auch die ersten Vögel machen sich bereits wieder auf den Weg in den Süden, Abschied und Herbst liegen fein wahrnehmbar in der Luft.

Es ist auch die Zeit, die eigenen Früchte anzuschauen, Projekte, die angestoßen, Samen, der gelegt wurde. Wie weit sind sie gediehen? Ist alles gut gewachsen? Oder ist auch das eine oder andere verdorrt, von dem man sich jetzt besser trennt? Auch am Apfelbaum gelangt nicht jede Frucht zur vollen Reife. Das ist sinnvoll, denn so bricht der Baum nicht an Überlastung zusammen. Außerdem haben die verbleibenden Äpfel (= Projekte!) mehr Energie, um zu voller Schönheit heranzureifen.

Machen Sie sich doch bei einem Spaziergang in der Natur die eigene anstehende Ernte bewusst! Was wollen Sie noch zur Reife bringen? Welch Überfluss ist da, den Sie mit vollen Händen weitergeben können? Welche Projekte und Ziele sind reif, schillern in den schönsten Farben und warten darauf, „geerntet“ zu werden? Und wo ist es besser, sich von etwas zu trennen, etwas abzuschließen, das übers Jahr vielleicht mickrig geblieben ist? Oder sich vielleicht sogar als giftig herausstellt?

Und vielleicht gibt es ja auch den einen oder anderen Samen, der aufgegangen ist, ohne dass es richtig bemerkt wurde. Wenn wir jetzt bewusst hinschauen, könnte er sich zu einem wahren Schatz entwickeln.

Genießen Sie Ihren August!