Parkplatz für den Coach oder: woher kommt der Begriff eigentlich?

Neulich war ich in Irland. Ich habe mir damit einen Traum erfüllt, aber das sei hier nur am Rande erwähnt.

Wie ich so durchs Land fuhr, entdeckte ich immer wieder Parkplatzschilder „for coaches“. Ich war einigermaßen verwundert, ein Parkplatz für einen oder sogar gleich mehrere Coaches, wie sollte ich das denn verstehen? Wäre ja praktisch für mich gewesen, ich bin ja Coach, da hätte ich mich überall hinstellen können. Aber so war es wohl doch nicht gemeint?!

Ein Blick auf die Parkplätze und in mein Wörterbuch belehrte mich eines besseren: coach – Reisebus. Na klar, da dämmerte es mir auch. Coach ist ja die alte Bezeichnung für Kutsche, und ein Coach ist im übertragenen Sinne der Kutschführer, also jemand, der einen anderen zum Ziel bringt, ihn auf einer (Weg-) Strecke begleitet. Dabei ist der Kutscher derjenige, der den Weg und auch mögliche Umwege kennt, der Fallen und Gefahren erspürt und die Kutsche drum herum lenkt. Der Insasse (neudeutsch: Coachee) befindet sich im Inneren der Kutsche, also geschützt. Natürlich kann man auch das Verdeck öffnen und sich während der Reise den Wind um die Nase wehen lassen :-).

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Seelenwinter

Manchmal herrscht Winter in der Seele. Alles ist grau, tot, abgestorben, kalt, trist.

Dann ist es gut, wenn wir es auch mal schneien lassen können, in der Seelenlandschaft. Der Schnee deckt alles zu, was wir nicht sehen wollen oder auch gerade nicht sehen können. Er dämpft die Geräusche und lässt sanft und schön aussehen, was zuvor grau, kalt und hässlich war.

Unter dem Schnee ist es wärmer als darüber. Unter der Schneedecke verpuppt sich das Leben.

Wenn der Schnee schmilzt, tritt natürlich all das Graue wieder zu Tage. Aber auch die ersten Knospen schieben sich durch die gefrorenen Schichten. Denn unterm Schnee ist ja nicht alles tot, wie wir im Seelenwinter meinten, weil es sich so angefühlt hat. Unterm Schnee entwickelt sich das Leben weiter. Langsam, leise und unauffällig.

Dann lassen wir den Schnee tauen und sehen nach, welche Gedanken und Träume die Kälte und den Frost überlebt haben, welche Ideen, Wünsche und Pläne sich entwickelt haben, um nun zu ergrünen und uns wieder Leben spüren und sehen zu lassen.

Und auch, wenn vielleicht noch eine Weile das Grau vorherrscht, so haben wir doch ausgeruht und Hoffnung geschöpft, und wir wissen, dass wir auch diesen Seelenwinter überstehen werden.

Erste Hilfe für Draußen

Was tun bei Hitzschlag, Unterkühlung, Beinbruch, Zweig im Auge, Verbrennungen und ähnlich unangenehmen Dingen, wenn ich mich mit einer Gruppe draußen befinde, wo nicht so schnell der Rettungswagen in Sicht ist? Diesen und ähnlichen Fragen stellte ich mich wiedereinmal mit weiteren 14 Teilnehmern des Erste-Hilfe-Outdoor-Kurses am Wochenende. Der natürlich draußen stattfand. Bei Schneematsch, denn „bei Sonne kann’s ja jeder“, wie Frank Draeger, unser Dozent lapidar anmerkte.

Aufgepeppt mit vielen sehr lebendig dargestellten Fallbeispielen von Frank und seiner Kollegin Katrin Lenz war das Wochenende kurzweilig und doch intensiv und lehrreich.

Frank ist u.a. langjähriger Rettungsassistent und Inhaber der Wildnisschule Köln . Seine Erfahrungen zusammen mit seinem rheinischen Humor bilden eine super Mischung, um mögliche Hemmschwellen, die wir als Ersthelfer oft haben, abzubauen. Gleichzeitig bleibt von Theorie und Praxis ganz viel hängen, und das erwartet man (ich) ja auch von so einem Kurs.

Mit anderen Worten: wer selber Interesse hat, einen Outdoor-Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen, dem seien Frank Draeger und die Wildnisschule Köln wärmstens empfohlen.

„Mahnung“ von Eugen Roth (1966)

Die Welt, bedacht auf platten Nutzen,

sucht auch die Seelen auszuputzen.

Das Sumpfentwässern, Wälderroden

schafft einwandfreien Ackerboden,

und schon kann die Statistik prahlen,

mit beispiellosen Fortschrittszahlen.

Doch langsam merken’s auch die Deppen,

die Seelen verschwinden und versteppen.

Denn nirgens mehr, soweit man sieht,

gibt es ein Seelen-Schutzgebiet.

Kein Wald, drin Traumes-Vöglein sitzen,

kein Bach, drin Frohsinns-Fischlein blitzen.

Kein Busch, im Schmerz sich zu verkriechen,

kein Blümlein, Andacht draus zu riechen,

nichts als ein ödes Feld mit Leuten,

bestellt, es restlos auszubeuten.

Drum, wollt ihr nicht zugrunde gehen,

lasst noch ein bisschen Wildnis stehen!

Das Kreativitäts-Genie

Vor unserem Haus steht eine Birke. Von Juli bis Oktober landen mit jedem geöffneten Fenster Hunderte von kleinen Birkensamen im Haus. Und vor der Tür – ständig bin ich am Fegen. Und während ich so fege, kommt mir ein Gedanke.

Sind das nicht 1000e von Ideen für neue Bäume? Unermüdlich produziert und in die Welt geschickt. Jede einzelne ein Unikat. Aber nur eine davon wird vielleicht etwas, und auch nur, wenn Zeitpunkt und Umstände stimmen (und kein Besen oder Staubsauger in der Nähe sind).

Somit ist die Birke ein wahres Kreativitätsgenie!

Gibt es in Ihrem Umfeld einen Menschen wie eine Birke? So jemand, der oft belächelt wird: „ach der wieder, 1000 Ideen, und dann wird es doch wieder nichts“. Manchmal ist man auch genervt (wie von der Birke, die einem so viel Aufwand macht). Vielleicht sind Sie sogar selbst eine Birke, strotzend vor Kreativität?!

Sehen wir es doch mal positiv: in jeder Idee steckt der Kern für einen ganzen Baum. Viele Ideen müssen produziert werden, damit die eine dann, wenn die Zeit reif ist, auf fruchtbaren Boden fällt und wachsen und gedeihen kann. Alle anderen werden halt weggefegt.

Also, lassen Sie der Kreativität Raum, laden Sie alle Ideen ein, und werfen Sie beherzt die wieder weg, die gerade nicht dran sind.

August – Erntemonat und Zeit der Fülle

Jetzt im August wird die Getreideernte eingebracht, die Beeren reifen und stehen in voller Pracht, es gilt zu ernten, zu staunen und in Fülle zu schwelgen. Aber auch die ersten Vögel machen sich bereits wieder auf den Weg in den Süden, Abschied und Herbst liegen fein wahrnehmbar in der Luft.

Es ist auch die Zeit, die eigenen Früchte anzuschauen, Projekte, die angestoßen, Samen, der gelegt wurde. Wie weit sind sie gediehen? Ist alles gut gewachsen? Oder ist auch das eine oder andere verdorrt, von dem man sich jetzt besser trennt? Auch am Apfelbaum gelangt nicht jede Frucht zur vollen Reife. Das ist sinnvoll, denn so bricht der Baum nicht an Überlastung zusammen. Außerdem haben die verbleibenden Äpfel (= Projekte!) mehr Energie, um zu voller Schönheit heranzureifen.

Machen Sie sich doch bei einem Spaziergang in der Natur die eigene anstehende Ernte bewusst! Was wollen Sie noch zur Reife bringen? Welch Überfluss ist da, den Sie mit vollen Händen weitergeben können? Welche Projekte und Ziele sind reif, schillern in den schönsten Farben und warten darauf, „geerntet“ zu werden? Und wo ist es besser, sich von etwas zu trennen, etwas abzuschließen, das übers Jahr vielleicht mickrig geblieben ist? Oder sich vielleicht sogar als giftig herausstellt?

Und vielleicht gibt es ja auch den einen oder anderen Samen, der aufgegangen ist, ohne dass es richtig bemerkt wurde. Wenn wir jetzt bewusst hinschauen, könnte er sich zu einem wahren Schatz entwickeln.

Genießen Sie Ihren August!

Doch ein neues Leben beginnen? oder: Das Päckchen aufschnüren

Vor einiger Zeit habe ich hier im Blog darüber geschrieben, dass man vielleicht kein neues Leben beginnen kann, wohl aber jeden Morgen einen neuen Tag. Die vielen Leser dieses Beitrags haben mich dazu gebracht, mich noch mal ein bisschen genauer damit zu befassen. Was ich meine, ist folgendes.

Natürlich kann ich von heute auf morgen alles umkrempeln, in eine andere Stadt ziehen, nach Australien auswandern, mein Hab und Gut verkaufen. Ich kann meinen Job aufgeben, kann einen neuen anfangen, oder auch gar keinen Job mehr haben. Und das ist dann natürlich so etwas wie ein neues Leben.

Aber: mich selber nehme ich ja immer mit, mit all meinen Eigenarten, Vergangenheiten, Gewohnheiten, Erfahrungen, meinem ganzen Päckchen auf dem Rücken. Wir alle tragen so ein Päckchen mit uns herum.

Und DAS ist es, was ich meine. Ich kann all diese Dinge nicht einfach gegen ein neues Leben austauschen. Weder hier noch in Australien oder sonst wo. Doch dieses Päckchen ist daran beteiligt, wie mein jetziges Leben aussieht! Wenn ich das nicht mit bedenke, wird auch mein neues Leben bald mein altes Leben sein, nur in einem anderen Rahmen.

Was ich allerdings tun kann ist, mein Päckchen aufzuschnüren und mir anzuschauen, was ich darin so alles mit mir herumtrage. Glaubenssätze, Muster, Annahmen über Menschen und Dinge usw. Was davon ist hilfreich für ein neues glückliches, erfolgreiches Leben? Das sind meine Ressourcen! Und was bremst mich eher aus? Aus zahlreichen Werkzeugen kann ich mir die passenden aussuchen, und dann allein oder mit professioneller Unterstützung mein Päckchen neu sortieren.

Das geht am besten Tag für Tag. Und wenn es an einem Tag mal nicht so geklappt hat, dann geht es eben am nächsten Tag weiter. So beginne ich jeden Morgen einen neuen Tag, mit neuen Chancen. Und damit vielleicht auch Stück für Stück ein neues Leben. Und vielleicht will und muss ich dann gar nicht mehr bis Australien gehen…

Wie ist Ihre Erfahrung dazu? Haben Sie schon mal ein ganz neues Leben angefangen? Mit oder ohne Päckchen?

„Coaching in Hambergen und Umzu“

Unsere wunderbare Lokalreporterin Frau Lange hat ein Portrait über meine Arbeit und COYOTEtrainings geschrieben, erschienen am 6. Februar 2010 im Osterholzer Kreisblatt. Sie beschreibt sehr klar, worum es in der Arbeit in und mit der Natur geht. Ich selbst hätte es nicht besser formulieren können 🙂 .

–> „Hambergen. Petra Manthey sucht nach Lösungen. Als psychologische Beraterin hilft sie anderen, Antworten auf ihre Lebensfragen zu finden. „Jeder trägt die Lösung in sich selbst. Ich stelle nur die richtigen Fragen“, sagt die Hambergerin. Ihr wichtigstes Hilfsmittel ist die Natur. Sie dient ihr als Spiegel. Statt sich also mit den Ratsuchenden ins kuschelige Zimmer zurück zu ziehen, schickt sie sie hinaus in den Wald, gibt ihnen Denkanstöße bei einem Spaziergang oder stellt ihnen Aufgaben, bei deren Umsetzung sie eine neue Sicht auf ihre Situation gewinnen können .“

Hier gehts weiter zum Rest des Artikels .

Outdoortraining – bei diesem Wetter?

Es schneit und schneit und schneit… kann man bei diesem Wetter eigentlich draußen arbeiten? Wir können! Und unsere Kunden natürlich auch. Selbstverständlich in der richtigen warmen Kleidung (am besten nach dem Zwiebelprinzip, Schicht über Schicht).

Ein Teamentwicklungs-Projekt im Winter läuft natürlich anders ab als im Sommer. Niedrige Temperaturen, vielleicht eisiger Wind und Schnee sorgen z.B. dafür, dass der Körper mehr Energie verbraucht. Dem muss Sorge getragen werden, durch warme Getränke, „Powersnacks“ zwischendurch, und auch kürzere Einheiten.

Aber wenn die Rahmenbedingungen stimmen, dann hat das Draußensein im Winter sogar besondere positive Aspekte! Die manchmal ungemütliche Witterung lädt nicht unbedingt zum Verweilen ein. So wächst der Druck, „schneller fertig zu werden“, also die geforderte Aufgabe rascher zu einem Ergebnis zu bringen. Ein wesentlicher Aspekt im Outdoortraining ist es, dass die eigenen Komfortzone verlassen wird, um zu neuen Einsichten und Verhaltensweisen zu gelangen. Dies geschieht schneller, wenn Schnee, Matsch, Kälte es so richtig ungemütlich machen. Die Teilnehmer werden sowohl physisch als auch psychisch herausgefordert, was das Ergebnis der Teamarbeit nachhaltiger machen kann, für den einzelnen wie auch für alle zusammen.

In der Zeitschrift managerseminare habe ich einen Artikel zum Thema Teambuilding im Schnee, Outdoor-Training im Winter gefunden. Es werden Trainier vorgestellt, die z.B. Hundeschlittentouren und Iglubau anbieten. Sie schildern ähnliche Erfahrungen in Bezug auf Entwicklung und Ergebnis der Teamaufgaben.

Ganz so spektakulär geht es bei uns naturgemäß nicht zu, da wir in unserer Region eher selten so anhaltend so viel Schnee und Eis haben, wie in diesen Wochen. Aber auch bei uns sind Spaß und Lernerfolge im Winterwald garantiert! Also: keine Scheu vor der kalten Jahreszeit sondern nach dem Motto handeln: Jetzt erst recht!

Der Winter bietet noch einen weiteren Vorteil für unsere Kunden: Besser als im Sommer können wir auch spontane Termin-Wünsche erfüllen.

Fragen Sie gleich nach freien Terminen unter Tel. 04793 – 955057 oder email: p.manthey(bei)coyotetrainings.de.

Die richtige Strategie bei der Arbeit

In diesen kalten Wintertage sind sie wunderbar zu beobachten: die zahlreichen Vögel am Futterhäuschen. Bei genauerer Beobachtung fällt auf, dass sich nicht alle Vogelarten auf die gleiche Weise dort ihr Futter besorgen.

Beispiel: der Dompfaff. Seelenruhig fliegt er zum Futterplatz, setzt sich und beginnt mit der Nahrungsaufnahme. Während er Körnchen um Körnchen aufnimmt und verspeist, blickt er sich aufmerksam in der Gegend um.

Ganz anders die Kohlmeise. Hastig fliegt sie zum Häuschen, schnappt sich ein Korn und fliegt wieder weg, in die nahe Hecke. Dort frisst sie nun in Ruhe das Korn, um gleich darauf wiederum das Futterhäuschen anzufliegen, sich die nächste Leckerei zu schnappen und diese in der Hecke aufzufressen. Und dies viele Male hintereinander.

Wer von beiden hat nun die richtige Strategie? Die Meise, die in der Sicherheit der dichten Hecke in Ruhe ihr Korn verzehrt, aber ziemlich viel Energie fürs Hin- und Herfliegen aufwendet? Oder der Dompfaff, der sich die aufwendige Fliegerei spart, dafür aber ständig in Habacht-Stellung und in voller Aufmerksamkeit für seine Umgebung ist?

Sicherlich haben Sie es bereits erraten: es gibt hier kein Richtig und kein Falsch. Jeder Vogel macht seinen Job auf seine Art. Und das ist ja auch ganz gut, sonst wären entweder der Futterplatz oder die Hecke permanent überfüllt.

Und bei Ihnen im Team? Gibt es da auch einen „Überblicker“, der mittendrin sitzt und immer alles im Auge hat? Und gibt es einen, der sich mit seiner Arbeit lieber ins „stille Kämmerlein“ zurückzieht? Und in welche Gruppe würden Sie sich selber einordnen? Oder gehören Sie eher zu den Amseln, die nimmermüde auf dem Futterplatz herumhüpfen, rein ins Häuschen, raus aus dem Häuschen, und zwischendurch auch mal ein Korn aufpicken?

Wen auch immer Sie aus der großen Vogelfamilie in Ihrem Team identifizieren können: freuen Sie sich an der großen Vielfalt von Kollegen, von denen jeder etwas ganz Eigenes ins bunte Miteinander einbringt. Jeder ist auf seine Weise wertvoll. Es kommt ja auch niemand auf die Idee zu sagen, der Dompfaff sei besser und richtiger als die Meise, oder?