Kann man das essen?

Ich habe geerntet, Vogelbeeren. Daraus will ich in diesem Jahr eine Marmelade kochen. Habe ich noch nie gemacht, und bin schon gespannt, wie sie schmecken wird.
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Ich weiß nicht, warum sich so hartnäckig das Gerücht hält, Vogelbeeren, also die Früchte der Eberesche, seien giftig. Auch ich habe es so gelernt. Und kämpfe nun gegen meine lebenslangen Vorbehalte und leichtes Unbehagen an. Denn in vielen Büchern über essbare Wild- und Heilpflanzen steht ganz anderes zu lesen. Und ich bin neugierig und will das ausprobieren 🙂 .

Vielleicht liegt es ja (mit) daran, dass wir immer weniger wirkliches Wissen und dafür immer mehr Halbwahrheiten über die Natur haben, dass wir uns (als Gesellschaft) in der Natur zunehmend weniger wohl fühlen? Dass wir immer mehr drinnen hocken, eher ins Spaßbad oder Erlebnisparadies gehen, als einfach raus in Wald und Flur? Wenn mich als Mensch etwas verunsichert, setze ich mich dem nicht unbedingt aus. Oder nur in dem Rahmen, der mir sicher und vertraut erscheint. Das ist menschlich. Und schützt uns im Zweifel vor Gefahren.

Aber wenn immer mehr Vorsicht dazu führt, dass wir uns immer mehr von der äußeren Natur entfernen, und immer mehr nur dem vertrauen, was uns von Industrie und Wirtschaft vorgesetzt wird, kann das nicht gut sein. Schließlich sind wir selbst ein Teil der Natur! Warum vertraue ich dem Fruchtjoghurt im Plastikbecher aus dem Kühlregal mehr, als dem, was ich in Feld und Flur finden kann?

Nicht, dass ich falsch verstanden werde: ich fordere nicht auf, wild mit Pflanzen rumzuexperimentieren, die man nicht kennt. Das könnte durchaus fatal enden. Aber: Ein bisschen mehr Vertrauen in das, was uns die Natur gerade jetzt im Herbst schenkt, halte ich schon für angebracht! Zumal wir uns ja wirklich an allen Ecken und Enden informieren können.

vogelbeeren verlesen

Vogelbeeren verlesen

Die Vogelbeeren jedenfalls warten nun verlesen und gewaschen in der Gefriertruhe auf ihre Weiterverarbeitung (das Einfrieren soll ihnen die Bitterkeit nehmen, mal gucken, ob es klappt). Ihr werdet es erfahren, wenn ich den Genuss der Marmelade überlebt habe 😉 !

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5 Gedanken zu „Kann man das essen?

  1. Liebe Petra,

    das wird ja ein spannendes Experiment. Ich nehme auch gerne am Wegesrand mit, was Wald und Flur so hergeben – dieses Jahr waren das bergeweise Brombeeren, Holunder, Zwetschgen aus Wildwuchs. Leckeres Gelee, ein feiner Likör und ganz viel Frühstücksmüsliobst hatten wir so. Herrlich. Und unglaublich frisch, weil direkt vom Strauch oder Baum.

    Vogelbeeren sind nach meiner Kenntnis – ähnlich wie Holunder – im Rohzustand für uns Menschen unverträglich. Daher kommt das Gerücht vermutlich aus Zeiten, als wir die Beeren noch nicht erhitzt haben. Erst der Kochvorgang zerstört den giftigen Inhaltsstoff und baut ihn in eine darmverträgliche Weise um. Du kannst den Genuss der vorschriftsmäßig gekochten Marmelade also durchaus überleben 😉 (was wir ohnehin unbedingt wollen!!!)

    Ich werde es im Herbst dieses Jahr auch mal mit Hagebutten probieren. Davon stehen hier reichlich am Weg, doch laut meinen Informationen soll man die wegen der Geschmacksoptimierung erst nach dem 15.10. / 1. Frost pflücken und verarbeiten. Das wird dann auch spannend….

    Ich wünsche Dir viel Spaß, Erfolg und ein tolles Ergebnis in Sachen Vogelbeeren-Marmelade. Ich erbitte Aufwands- und Geschmacksschilderung….

    Mit leckeren Grüßen
    Bettina

    • Liebe Bettina,

      das klingt ja auch extrem lecker, was Du da an Geschenken aus der Natur zusammen gesammelt hast! Und was Du draus gezaubert hast 🙂 !

      Es ist wohl die in den Vogelbeeren enthaltene Parasorbinsäure, die die Beeren im ungekochten Zustand für unseren Magen ungenießbar macht. Allerdings schmecken sie roh auch „bäh“, also würde die wahrscheinlich sowieso in der Form kein Mensch essen. Ich finde es halt krass, wie sich so ein Gerücht, so eine Halbwahrheit hält und weiter verbreitet, dass sich irgendwann kein Mensch mehr an die Beeren dran traut.

      Ich wünsche Dir fröhliches Weiter-Genießen und Herstellen leckerer Dinge! Und werde Dich wissen lassen, wenn ich weiteres zur Marmelade verkünden kann :-)! Vielleicht erweitert das dann Dein Repertoire 😉 .

      Ach, und falls es mit dem Frost für Deine Hagebuttenmarmelade zu lange dauert, hilft der Trick mit dem Einfrieren!

      Beste Grüße
      Petra

  2. Cool, ich habe auch schon von der Essbarkeit der Beeren gelesen. Die Eberesche ist mein Baum. Und ich habe auch einen im Hof stehen. Allerdings hängen die Beeren so hoch das ich nicht rankommen 😉

    • Wenn man es ein bisschen bitter mag, sind sie excellent 🙂 . Kommst Du auch mit Leiter nicht dran?
      Ebereschen sind toll, im Frühling in der Blüte und dann im Herbst mit ihren weit leuchtenden Früchten.

      • Ne, auch mit Leiter nicht, das ist einer der seltenen Bäume…gibts ja sonst mehr als Busch. irgendwo hier aufm Blog hab ich auch ein Foto vom Baum. Aber Bitter mag ich eh nicht…so schaue ich mir die Pracht eben einfach an, das ist auch toll. Ein wirklich schöner Baum. Ich suche schon ewig ein Stück Holz was ich mir als Anhänger hinbasteln kann..weils ja eben mein Baum ist (keltisches Baumhoroskop) 😉

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